100 Tage Fundus. Nachgefragt bei Erika Kleuren


Im Februar 2021 haben Sie die Niederlassungsleitung in der FTA Köln übernommen und gleich große Umstrukturierungen begleitet. Was war bei Ihrem Einstieg die größte Herausforderung?

Erika Kleuren: Die FTA Köln liegt auf dem WDR-Gelände in Köln Bocklemünd, keine Adresse wo man einfach vorbeischaut um seinen neuen Arbeitsplatz kennen zu lernen. So war es für mich vom ersten Tag an spannend, meine neuen Kolleginnen und Kollegen, die Räumlichkeiten und das neue Arbeitsumfeld in der Film- und Fernsehbranche kennen zu lernen. Nach nun etwas mehr als 100 Tagen als Niederlassungsleiterin der FTA Köln, bin ich sehr froh darüber hier zu sein. Ich habe Menschen kennen gelernt, die mich mit offenen Armen empfangen haben und mich vom ersten Tag an in meiner Arbeitsaufgabe unterstützten. Mein erstes Projekt war im März die Einführung des neuen Warenwirtschaftssystems. Nicht nur die Mitarbeiter der FTA sondern auch unsere Kunden mussten sich an die neuen Arbeitsprozesse gewöhnen. An der Stelle möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen, für Ihre Treue und Ausdauer während der Umstellungsphase. Wenn auch noch nicht alles ganz rund läuft, so kann ich aber mit Bestimmtheit sagen, dass mit der Digitalisierung der Prozesse der Grundstein für ein kundenfreundliches und marktorientiertes Handeln für die Zukunft gelegt ist.

„Green Film“ steht ganz oben auf Ihrer Agenda. Was sind die aktuellen Entwicklungen?

Erika Kleuren: Es vergeht kaum ein Tag an dem wir nicht in den Nachrichten mit dem globalen Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit konfrontiert werden. Jeder von uns ist angehalten seinen Beitrag dazu zu leisten. Gerade wurden ökologische Mindeststandards für deutsche Kino-, TV- und Online-/VoD-Produktionen durch den Arbeitskreis „Green Shooting“ erarbeitet, der aus TV-Sendern, Produktionsfirmen, Filmförderungen und Verbänden sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien besteht und als selbstverpflichtendes Regelwerk anerkannt ist. Neu und einschneidend ist auch die Anpassung der Fördergelder ab Januar 2022 für Film- und TV-Produktionen, die nach ökologischen Nachhaltigkeitskriterien produzieren. Wir als FTA sehen es als unsere Aufgabe an, unsere Kunden bestmöglich bei der Umsetzung dieser Vorgaben zu begleiten. Unter dem großen Ziel „Ressourcen schonen“ ist die reiche Funduslandschaft ein wichtiger Partner für Nachhaltiges Produzieren.         

Wir stellen die Thematik immer wieder in den Fokus (zuletzt Nachhaltigkeit im Kostümbild), die besondere Herausforderung ist jedoch, kontinuierlich das Umfeld und die Prozesse auf den Prüfstand zu stellen. Worin sehen Sie die große Chance zu einer nachhaltigen Filmproduktion beizutragen?

Erika Kleuren: Wie Sie wissen, beinhaltet der Fundus der FTA Köln neben den ca. 85.000 Requisiten der Ausstattung auch einen Kostümfundus mit ca. 66.000 Teilen. So unterschiedlich wie diese beiden Bereiche auch sind, versuchen wir dennoch die Arbeitsprozesse anzugleichen. Durch die Verlagerung der Angebots-, Auftragsbearbeitung und Abrechnungsprozesse in die Verwaltung schaffen wir Raum für Beratung. Denn die gemeinsame Abwicklung von Projekten liegt uns sehr am Herzen und beginnt mit der frühzeitigen Kommunikation zwischen dem Team am Set und unseren Mitarbeitern.

Ein Aspekt den CO²-Abdruck zu reduzieren ist die gute Erreichbarkeit des Fundus und die Möglichkeit, nicht alles aber doch sehr vieles an einem Ort zusammenzustellen. Gerade hier liegt für mich, noch mit frischem Blick, eine große Beitragsmöglichkeit, die keine andere der oft Zeit- und besonders Wegeintensiven Beschaffungsmöglichkeiten von gebrauchten oder neuwertigen Artikeln bieten kann.

Ein Fundus braucht auch eine gewisse Größe, die es unseren Kunden ermöglicht Flexibilität bei der Auswahl an Kostümen und Ausstattungsgegenständen zu haben. Besonders im Kostümbereich verstehen wir darunter, ein Sortiment vorzuhalten, das viele Figuren jedes Genres bedient und das möglichst in allen Größen. Das ist eine ambitionierte Zielsetzung, in die wir täglich sehr viel Einsatz stecken. 

Durch unsere Bestimmung als Fundus sind wir bemüht diesen stetig zu erweitern und zu aktualisieren. Dafür übernehmen wir regelmäßig ergänzende Artikel aus abgeschlossenen Produktionen, zuletzt von Rowboat „Zauberwürfel“ und Sony „Der Lehrer“, durch Zukauf ausgewählter Artikel von Privatpersonen oder Neukäufe bei unseren langjährigen Lieferanten. Dabei achten wir auf Herkunft, Materialien und Ausrüstung (z. B. Verwendung von lösungsfreien Klebern/wasserlöslichen Lacken).

Welche konkreten Schritte werden in der FTA Köln in naher Zukunft umgesetzt?

Erika Kleuren: Wir konnten bereits einige ökologische Standards für uns umsetzen. Besonders im Bereich der Verpackungsmaterialien. Dabei erfahren wir positive Resonanz, indem die Rücklieferung unser Artikel mit den bei der Auslieferung benutzten Kartonagen und Decken erfolgt. Im Kostümbereich verwenden wir nachhaltige Kleiderbügel aus Holz, bei der Ausgabe Drahtbügel. Ich könnte viele weitere kleine Maßnahmen aufzählen, die wir intern bereits umsetzen, wie den Gebrauch von umweltfreundlichen Waschmitteln.

Jedoch sehe ich das meiste Potenzial in der weiteren Digitalisierung unserer Arbeitsprozesse. Wir arbeiten mit Hochdruck am neuen „Fundus Online“, wodurch unsere Kunden in naher Zukunft die Möglichkeit haben, direkt über unser Warenwirtschaftssystem Angebote einzuholen oder Bestellungen aufzugeben. Gerade im Kostümbereich kann ich mir vorstellen, dass man durch eine Vorauswahl gebündelte Anproben erlebbar machen kann. Damit das so komfortabel wie möglich wird, sind wir gerade in der Planung für einen neuen Anprobenbereich mit verschiedenen praktischen Umkleiden und einer sehr angenehmen Atmosphäre. 

Eine Vielzahl von Herausforderungen liegt noch vor uns, vor meinen Mitarbeitern und mir. Aber wir stellen uns diesen Aufgaben, um auch in Zukunft für unsere Kunden ein kompetenter Ansprechpartner zu sein. Wir freuen uns, wenn Kunden gerne zu uns kommen und wir eine grüne, arbeitserleichternde und sinnvoll unterstützende Station bei der Realisierung vieler toller Projekte sein dürfen.

Es ist und bleibt also spannend.

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