Kaufen oder Leihen? Interview mit Philip Gassmann


Green Production – was bedeutet das in einem Satz zusammengefasst? 

Gassmann: Die Umweltbelastungen einer Filmproduktion auf ein Minimum zu reduzieren.

 

Können Sie die derzeitige Bilanz einer Filmproduktion veranschaulichen?

Gassmann:Das variiert natürlich sehr. Jede Stunde Filmproduktion „kostet“ zur Zeit im Schnitt 5,8 Tonnen CO2. Das heißt nur eine Stunde Filmproduktion entspricht dem Jahresverbrauch eines EU-Bürgers. Oder noch anschaulicher ausgedrückt: diese Bilanz entspricht einem Flug um die Erde oder der Füllung eines Olympischen Schwimmbeckens.

 

Große Filmproduktionen kosten insgesamt schnell das zehnfache. Aber dabei bleibt es nicht, es entstehen noch weitere Umweltbelastungen. Hinzu kommen beispielsweise noch Belastungen durch Abgase (Ruß, Stickoxide, Feinstaub), der Einsatz von PVC und weiteren Giftstoffen beim Dekobau, der Rohstoffverbrauch auf Kosten natürlicher Ressourcen und nicht zuletzt bleiben am Ende große Müllberge, da vieles nicht weiterverwendet wird.

Was sind die wesentlichen Punkte die zu einer Verbesserung der Situation beitragen würden?

Gassmann: Sich bewusst machen, an welchen Stellen die Umwelt in der jeweiligen Produktion am meisten belastet wird, das nenne ich „Green Screening“. Die Ergebnisse können dabei ganz unterschiedlich sein. Daraus lässt sich sehr schnell eine Strategie erarbeiten.

Green Production Conference, Hamburg

Wie aufwendig ist dieses Durchleuchten einer Produktion?

Gassmann: Das ist ja der Witz, es ist nicht aufwendig und sehr effektiv. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf Bereiche mit Potential. Es geht nicht darum, kleinteilig jedes Detail zu regulieren oder Arbeitsabläufe zu verkomplizieren. Wir legen den Finger auf wenige Punkte wo man viel erreichen kann und bieten gute Lösungen an. 

Wir legen unter Anderem schon beim Einkauf Wert auf neue Wege bei umweltfreundlicher und sozialer Herstellung (PAD, Its about Romi uvm.). Das scheint angesichts der Bilanz wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Gassmann: Die Summe macht´s. Jede Veränderung fängt erstmal klein an. Ich hatte 1978 einen der ersten Bioläden Deutschlands. Da gab es vielleicht 50 Stück. Heute gibt es tausende davon und dieser Bereich hat die größten – und einzigen – Wachstumsraten in der Lebensmittelindustrie.  

Wie beurteilen Sie als Experte auf dem Gebiet Green Film die Rolle des Fundus für eine Green Production? 

Gassmann: Ein Fundus ist die perfekte Lösung für eine grüne Produktion. Besser geht es gar nicht. 

Fundi bieten ein breites Sortiment wiederverwertbarer und wiederverwerteter Gegenstände an einem Ort. Das spart sowohl Ressourcen als auch unnötige Transporte. Was in diesem Fall gut für die Umwelt ist, bringt auch Vorteile für Kunden. Wichtig ist es, für Film sinnvolle Gegenstände einzulagern und vielen Produktionen vorzuhalten. Damit das an sich schon nachhaltige Konzept eines Fundus vollständig greift, muss die Lagerhaltung überprüft werden. Die FTA ist als Teil der Green Studios Bavaria mit Bezug von Ökostrom, dem Umrüsten auf Bewegungsmelder etc. schon auf einem sehr guten Weg.

 

Ich würde sogar noch weiter gehen und die Rolle des Fundus im Stil der Hanseatischen Materialverwaltung ausbauen. In diesem subventionierten Hamburger Pilotprojekt werden Baumaterialien und Kulissen nach dem bewährten Rezept klassischer Fundi angeboten. Statt neu zu bauen und dann wegzuwerfen, kann man auf vorhandene Ressourcen zurückgreifen. Wenn dann noch die Logistik ökologisch ist, hat man alles richtig gemacht.

Also lieber Leihen statt Kaufen und veräußern - oder im schlimmsten Falle - wegwerfen?

Gassmann: Absolut!

Sie haben viele neue und praktische Ansätze welche die gesamte Filmproduktion betreffen, was fehlt für eine Umsetzung?

Gassmann: Da ärgern mich insbesondere zwei große Themenbereiche: Erstens gibt es für viele Probleme gute Lösungen, die aber erstmal gefördert und unterstützt werden müssen. Zum Beispiel wäre es kein Problem mobile Erdgasgeneratoren zu bauen, die so gut wie keine Rußpartikel und Stickoxide ausstoßen. Die Technik ist da und absolut ausgereift, aber es gibt (noch) keine Nachfrage. Also „dieselt“ man weiter.


Zweitens ist es ist absurd: viele Industrien geben sich mittlerweile große Mühe ökologischer  zu produzieren – sogar die Autoindustrie. Nur die Filmindustrie nicht. Hier muss die Filmförderung ansetzen. Aber da gibt es große Unterschiede. In Hamburg  und Schleswig-Holstein wird das Thema „Grüne Filmproduktion“ aktiv und vorbildlich mit dem „Grünen Drehpass“ gefördert, in Bayern interessiert das die Herren und Damen Filmförderer scheinbar überhaupt nicht. Dabei hätte die Filmförderung den größten Hebel in der Hand: gefördert wird das, was der Umwelt (möglichst) nicht schadet. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.


Über greenfilmtools.com

Philip Gassmann gibt auf www.greenfilmtools.com viele praktische Hinweise, wie man mit kleinem Aufwand umweltfreundlich produzieren kann. Er sammelt Ideen, testet neue Materialien und berichtet über den aktuellen Stand in Sachen Green Film. 


Grüner Fundus

Mieten statt besitzen – die Wirtschaftsform des Teilens erobert immer mehr Bereiche des alltäglichen Lebens, sei es über das Auto, das TV-Gerät oder die Bohrmaschine. Die Share Economy weist viele Miet- und Tauschmodelle auf, die für unterschiedliche Situationen konzipiert wurden. Man muss nachrechnen, was sich für den eigenen Bedarf lohnt, im Allgemeinen aber gilt das Teilen als praktisch, geldsparend und ökologisch sinnvoll. 

Wir als Fundus sind mitten drin in diesem Geschehen. Und wir wissen: Kaufen oder Leihen, das ist oft keine Frage zwischen Preis und Ökogewissen. 


  • SCHON GEWUSST?

Die Mietpreise der FTA sind gestaffelt. Auf dem Artikel ist der Grundpreis ausgezeichnet. In der zweiten Woche kostet der Artikel nur noch die Hälfte des Grundpreises und so geht es weiter: Je länger also die Mietdauer, desto günstiger wird der Artikel auf die Woche gerechnet. Es lohnt sich den Preis eines Artikels für Ihre gewünschte Leihdauer berechnen zu lassen!

 

 

 

Wochenpreis 100 %

2. Woche 50 % des Wochenpreises

3. Woche 25 % des Wochenpreises

4. Woche 25 % des Wochenpreises

5. Woche 10 % des Wochenpreises

 

  • erst in der 4. Woche ist ein Artikel beim zweifachen Wochenpreis
  • erst in der 16. Woche ist ein Artikel beim dreifachen Wochenpreis

Es lohnt sich vor dem Kauf von Ausstattungsgegenständen den Mietpreis zu berechnen. Neben den Vorteilen eines Fundus im Arbeitsablauf, wie zeitsparender Infrastruktur und großer Auswahl, ist das Mieten der beste Weg hin zu einer umweltfreundlichen Filmproduktionsbilanz in der Ausstattung. 

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