Von Berlin zu den Oscars: Bernhard Henrichs internationale Nominierungen für das Production Design von "Bridge of Spies"

Herzlichen Glückwunsch zu den Nominierungen für den British Academy Film Award und den Oscar in der Kategorie „Production Design“, das war ja unglaublich spannend. Was ist Ihnen nach den Nominierungen als erstes durch den Kopf gegangen?

Henrich: Naja, das Ganze hat eine Vorgeschichte. Ende letzten Jahres tauchte in verschiedenen Medien in Amerika, in den sogenannten „Prediction“-Listen, unser Film „Bridge of Spies“ inklusive meines Namens auf. Das sind die Einschätzungen wer für welches Fach für die diversen Filmpreise nominiert werden wird. Das gab es schon mehrfach in der Vergangenheit, aber letztendlich hat es nie geklappt. Deshalb hat das für mich nicht viel bedeutet.

Als am 8. Januar die nominierten Filme für den BAFTA bekannt gegeben wurden und „Bridge of Spies“ für bestes „Production Design“ nominiert wurde, war ich dann doch etwas aufgeregt. In der folgenden Pressemitteilung der British Academy war jedoch mein Name nicht mehr enthalten. Ich war noch nicht einmal wirklich enttäuscht. Ich dachte, es werden halt nur die amerikanischen Kollegen berücksichtigt und mir war klar, wozu auch immer der Film sonst noch nominiert wird, ich habe damit nichts zu tun.

Am 12. Januar, spät abends, rief mich Adam Stockhausen an:

„Hi Bernhard, hast Du gesehen, unser Film ist zu den BAFTA’s für bestes Szenenbild nominiert."
„Ja, hab‘ ich.“
„Und Dein Name steht nicht auf der Pressemitteilung.“
„Ist mir aufgefallen…"

Nun hatte ich eine große Erklärung erwartet, warum das nicht ginge. Aber er sagte:

“Und das ist falsch, Spielberg selbst hat mit dafür gesorgt, dass das geändert wird. Ach, ja und sieh dir morgen den Live-Stream der Oscars-Nominierungen an.“

Was ich dann getan habe. Ich sah mir das Ganze am großen Computermonitor an. Bei der Bekanntgabe „Best Achievement in Production Design“ wurde unser Film als erster genannt, MIT meinem Namen.

Einen Abend zuvor dachte ich noch, alles gilt nicht für mich und dann innerhalb von 12 Stunden war ich für die zwei wichtigsten Filmpreise nominiert. In unserer Branche lernt man mit Vielem umzugehen, aber das hat mich dann doch völlig umgehauen. Ein unglaubliches Gefühl.

Sie haben bereits bei vielen internationalen Produktionen wie „Die Bourne-Verschwörung“ (2004) und „Monuments Men“ (2014) mitgewirkt. Haben Sie bei Beginn des Projektes „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ mit einer derartigen internationalen Wertschätzung gerechnet?

Henrich: In meiner Laufbahn habe ich schon viel positives Feedback bekommen. Aber als deutscher Set Decorator rechnet man natürlich nicht damit, für einen internationalen Filmpreis mit-nominiert zu werden. Bei anderen Filmen hätte man es ehrlich gesagt mehr verdient gehabt, wie zum Beispiel bei „Monuments Men“. Aber da war der Film nicht so gut. Bei “Bridge of Spies“ kam vieles zusammen. Tolles Drehbuch, ein genialer Regisseur in Person von Steven Spielberg und unsere Arbeit.

Die Aufstellung für das Gruppenfoto beim "Oscars Luncheon" wurde ausgelost - die Academy legt Wert auf ein gleichberechtigtes Miteinander aller Nominierten. Bernhard Henrich (hier 2. Reihe, 3. v.r.) neben Matt Damon, inmitten von Hollywoodgrößen wie Leonardo di Caprio u.v.m.

Es liegt ein aufregender Trip nach Hollywood hinter Ihnen, den wir mit Begeisterung verfolgt haben. Was war Ihr persönliches Highlight der Oscar-Verleihung?

Henrich: Genau genommen war es nicht ein Trip, sondern drei.
Erst bin ich für das „Nominee-Luncheon“ nach L.A. geflogen, wo sich die Nominierten beim Mittagessen kennen lernen sollten und wo die diversen Gruppenfotos erstellt wurden.
Danach ging es 4 Tage nach London zur BAFTA-Verleihung, inklusive eines Empfangs im Kensington-Palace. Das komplette Programm in London war unglaublich stilvoll und natürlich aufregend.
Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Berlin ging es für fast zwei Wochen zurück nach L.A., rund um die Oscars gab es da viele Veranstaltungen und Termine: Ein Abendessen mit der Präsidentin der Academy, Cheryl Boone Isaacs, und den nominierten Production Designern und Set Decorator, der Empfang in der Villa Aurora „Reception Honoring German Academy Award Nominees”, die “Panel Discussion with the Oscar Nominee in Production Design“ im Egyptian Theatre und ein Dinner mit dem regierenden Bürgermeister und der Kulturstaatsministerin Grütters.

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